Freitag, 22.06.2018 16:55 Uhr

Das Leiden der Zivilbevölkerung in Idlib nimmt kein Ende

Verantwortlicher Autor: Malteser Köln/Idib, 11.01.2018, 08:33 Uhr
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Köln/Idib [Malteser] Die Malteser weisen auf die immer noch sehr prkäre Lage in den Bürgerkriegsgebieten Syriens hin. Mehr als ein Jahr nach dem Sieg der syrischen Regierung und ihrer Verbündeten über die Opposition in Aleppo setzt sich das Leiden der Zivilbevölkerung in den verbliebenen umkämpften Gebieten fort. Hilfe ist zwingend erforderlich, damit es nicht zu einer humanitären Katastrophe kommt.

„Mit der Einrichtung sogenannter Deeskalations-Zonen in vier verschiedenen Landesteilen wurde zwar prinzipiell ein Rückgang der Gewalt erreicht“, sagt Janine Lietmeyer, Länderkoordinatorin für Syrien und die Türkei bei Malteser International. „Allerdings werden auf die Region Idlib, die zusätzlich zu 1,5 Millionen Einwohnern noch eine Million intern vertriebene Menschen aufnehmen musste, seit November 2017 wieder massive Luftangriffe geflogen. Mehr als 100.000 Menschen sind vor den Bombardierungen und Bodengefechten aus der Stadt Idlib in die Grenzregion zur Türkei geflohen, wo die Lebensumstände nach sieben Jahren Krieg erbärmlich sind.“

Für diese Menschen, die zum Teil schon zum zweiten oder dritten Mal vertrieben wurden, gibt es keine ausreichenden Unterkünfte, denn die Aufnahmekapazitäten der Vertriebenenlager und auch der größeren Auffangstationen sind vollkommen erschöpft. Die Dominanz der al-Quaida Organisation Hayhat Tahir al-Sham in der Region, die auch die humanitären Aktivitäten zu kontrollieren versucht, verkompliziert die Situation zusätzlich.

Was machen die UN und der Westen?

„Der Westen und die UN sind mit allen Versuchen, eine politische Lösung zu befördern und das Leid der Menschen zu beenden, gescheitert. Die absolut geringe Aufmerksamkeit, die der Konflikt in den westlichen Medien noch bekommt, steht in keinem Verhältnis zu der weiter anhaltenden Tragödie der Zivilisten in diesem Krieg. Alles politische und diplomatische Bemühen sollte nun daran gesetzt werden, zumindest die humanitäre Hilfe zuzulassen und weiteres Leiden zu verhindern“, fordert Lietmeyer.

Die Malteser stellen kurzfristig Nothilfemittel zur Verfügung, um von der Türkei aus Matratzen und Decken für 1.000 Familien nach Idlib zu bringen. Seit 2013 arbeitet Malteser International zusammen mit syrischen Partnerorganisationen in den Vertriebenencamps, um die medizinische Versorgung zu sichern und akute Bedarfe zu decken.

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