Mittwoch, 12.12.2018 12:46 Uhr

NRW-Wälder sind stark geschädigt

Verantwortlicher Autor: Horst-Peter Nauen Düsseldorf, 22.11.2018, 10:54 Uhr
Presse-Ressort von: horse.en-a.de Bericht 4945x gelesen

Düsseldorf [ENA] ,,Unsere Wälder in Nordrhein-Westfalen sind in einem besorgniserregenden Zustand", sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser als sie den diesjährigen Waldzustandsbericht NRW vorstellte. ,,Denn durch das Zusammenwirken von Sturm im Frühjahr, gefolgt von extremer Sommertrockenheit und anschließend starkem Borkenkäferbefall in den Nadelwäldern sind die Schäden in diesem Jahr erheblich."

So weisen 39 Prozent der erfassten Bäume eine deutliche und weitere 39 Prozent eine schwache Kronenverlichtung, das heißt Blattverluste auf. Damit verbleiben nur 22 Prozent ohne Kronenverlichtung. Da die Geländeaufnahmen zum Kronenzustand aus methodischen Gründen bereits im August beendet werden mussten und zudem die Auswertungen zum vollen Ausmaß der Borkenkäferschäden noch andauern, dürften die tatsächlichen Waldschäden somit noch größer sein.

Sturm, Dürre und Borkenkäfer

Nordrhein-Westfalen war besonders schwer vom Orkan Friederike im Januar betroffen. Es entstanden 2,5 Millionen Festmeter Sturmholz. Die Monate April bis August waren die wärmsten sowie sonnenscheinreichsten und zugleich mit die niederschlagsärmsten Monate seit Beginn der Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes im Jahr 1881. Aufgrund des durch den Sturm angefallenen, brut-tauglichen Fichtenholzes und der Trockenheit, die die Abwehrkräfte der Bäume stark schwächte, kam es zu Massenvermehrungen der Borkenkäferarten "Buchdrucker" und "Kupferstecher" in Fichtenwälder.

Zur Bewältigung der aktuell schwierigen Lage für die nordrhein-westfälische Forstwirtschaft hat Ministerin Heinen-Esser kürzlich die "Einsatzgruppe Borkenkäfer" eingerichtet. Diese wird sich vor allem dafür einsetzen, dass das Schadholz möglichst schnell aus dem Wald abtransportiert und das eine weitere Massenvermehrung der Borkenkäfer im nächsten Jahr möglichst eingedämmt werden kann. ,,Neben den akuten Maßnahmen ist es für die Landesregierung aber auch wichtig, die Wälder im Klimawandel auch längerfristig stabiler und widerstandsfähiger zu entwickeln. Hierzu werden in Kürze das neue Waldbaukonzept für NRW und weitere unterstützende Instrumente für den Waldbesitz vorgestellt", sagte Ministerin Heinen-Esser.

Die Vitalität der Waldbäume wird jährlich nach einer bundesweit einheitlichen Methode erfasst. Hierzu wird für NRW der Zustand der Baumkronen von etwa 10.000 Bäumen von forstlichen Fachleuten beurteilt und auch weitere Faktoren werden berücksichtigt. Der Waldzustand verschlechterte sich seit Beginn der Erhebung im Jahr 1984 und seit 2000 bewegt sich das Schadensmaß mit jährlichen Schwankungen auf ungefähr gleichbleibend hohem Niveau.

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