Dienstag, 21.08.2018 13:29 Uhr

Das Luzerner Vollgeld-Komitee informiert in Sursee

Verantwortlicher Autor: Léonard Wüst Sursee, 14.05.2018, 19:03 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 4621x gelesen
Eine Debatte auslösen, das will Dave Doran erreichen.
Eine Debatte auslösen, das will Dave Doran erreichen.   Bild: Remo Wiegand

Sursee [ENA] Das Luzerner Vollgeld-Komitee informiert zur Vollgeld-Initiative, Pressekonferenz in Sursee, 11. Mai 2018von Léonard Wüst,Es sprachen folgende Mitglieder des Luzerner Vollgeld-Komitees: Ivo Muri, Sursee Prof. Dr. em. iur. Philippe Mastronardi, Horw Heidi Joos, Luzern KJ Dave Doran, Luzern

Ivo Muri, Zeitforscher und Unternehmer, Begrüssung und Grundsätzliches zur Vollgeldinitiative Der umtriebige Surseer Unternehmer erläuterte die wichtigsten Aspekte der Initiative, schilderte, wieso unser momentanes Finanzsystem ebenso gefährlich wie ungerecht ist, was mit dem Vollgeldsystem besser ist, unser Geld viel sicherer wäre. Die Vollgeld-Initiative verwirklicht, was die meisten Menschen heute schon für Realität halten. Wir Schweizer haben bereits 1891 den Banken das Drucken von Banknoten verboten und zur Aufgabe der Nationalbank gemacht.

Genau wie damals bei Banknoten wollen wir nun der Nationalbank auch das Erzeugen unseres elektronischen Geldes übertragen. Die Vollgeld-Initiative will das Recht zur Geldherstellung komplett der Schweizerischen Nationalbank übertragen, wie es eigentlich seit 1891 dank einer Volksabstimmung in der Bundesverfassung vorgesehen wäre. Geldherstellung gehört zum Service Public. Vollgeld: Ja zu sicheren Konten. Und: Ja zu Bargeld. Das Problem: Unsicheres Bankengeld.

. Nicht alles Geld ist echtes Geld. 73 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer glauben gemäss einer repräsentativen Umfrage*, dass auch das Geld auf ihren Bankkonten von der Nationalbank stamme so wie das Bargeld im Portemonnaie. Das ist ein Irrtum. Unser elektronisches Geld wird nicht von der Schweizerischen Nationalbank geschaffen sondern von den privaten Banken erzeugt. Ziel: eine faire Ordnung der Geldwirtschaft. Gutes Geld braucht einen demokratisch legitimierten Eichmeister – die Vollgeld-Initiative weist den Weg in die richtige Richtung

Organisator und Referent Ivo Muri
Heidi Joos
Dave Doran

Referat und Erläuterungen von Prof.Philippe Mastronardi

Neu: Die Versorgung der Wirtschaft mit Geld ist eine öffentliche Aufgabe. Der Staat gewährleistet die Versorgung. Verstaatlicht wird nur der Entscheid über die Geldmenge Alles Geld soll von der Nationalbank geschaffen werden. Garantiert wird nur das «Dass», nicht das «Wie» der Versorgung. Die Banken werden an das öffentliche Interesse gebunden. Die Nationalbank bestimmt die Geldmenge nach demokratischem Gesetz. Die Banken bestimmen die Verteilung des Geldes nach Marktgesetzen. Heute haben die Banken ein doppeltes Privileg. Sie wirtschaften mit selbstgeschaffenem Geld. Der Staat übernimmt ihr Risiko bei Misswirtschaft oder Krise.

Unter Vollgeld sind die Banken allen anderen Unternehmen gleichgestellt: Sie beschaffen ihr Geld von Dritten. Sie tragen ihr Risiko selbst. Fazit: Vollgeld ist die gerechte Lösung: Kundengelder sichern statt Banken retten! Wem gehört unser Geld? Heute gehört unser Konto der Bank. Unter Vollgeld wird unser Konto zu Geld, das uns gehört: Nationalbankgeld, wie die Münzen und die Noten. Unser Verdienst gehört doch uns – er soll endlich wieder unser Geld werden. Lasst uns unsere Konten sichern, statt Banken retten. Wir verschaffen dem Schweizer Franken eine stabile Basis. Ohne Vollgeld sind alle Reformen auf Sand gebaut. Geld ist immer Macht. Heute liegt die Macht des Geldes bei den Grossbanken.

. Mit Vollgeld wird sie zwischen ihnen und der Nationalbank aufgeteilt. Wir errichten eine Gewaltenteilung: Die Nationalbank bestimmt die Geldmenge, die Banken verteilen sie. Damit wird ein Teil dieser Macht unter die demokratische Kontrolle gebracht. Heute bestimmen die Banken, wieviel Schweizer Franken es gibt. Ihr Geschäftsinteresse steht über dem öffentlichen Interesse an einem gesunden Franken. Das scheint mir eine verkehrte Welt.

Philippe Mastronardi Foto Ralph Ribi
Heidi Joos
Maurizio Degiacomi

Dave Doran, Berufsmusiker, Dozent an der HSLU Musik

Dave Doran erklärte, wieso er sich für die Initiative engagiert und sich aktiv im Komitee einbringe. Es geht vor allem um Grundsatzfragen von Gerechtigkeit, Macht und Vertrauen, um Staat versus Privatwirtschaft. Und natürlich um die Wirtschaftskrise von 2008, die gemäss den Initianten der Gier der Geschäftsbanken geschuldet war, deren negative Folgen mit einem Vollgeld-System minimiert werden könnten. Wenn ein UBS-Chef allen Ernstes behauptet, die Geschäftsbanken würden kein Geld schöpfen, dann geht es nicht um einen Glauben. Dann ist das einfach falsch. Punkt.».

Heidi Joos, Geschäftsführerin Verein 50plus out in work

Durch ihre berufliche Tätigkeit, vor allem als Geschäftsführerin des Vereins «50plus out in work», sei sie besonders für Nöte und Ängste ihrer Mitmenschen sensibilisiert, was mitentscheidend sei für ihr persönliches Engagement beim Luzerner Vollgeld-Komitee. Nur 10 Prozent der umlaufenden Geldmenge ist reales Geld, also Noten und Münzen, circa 90 Prozent sind elektronisches Geld (Buchgeld), das die Banken per Knopfdruck selber schaffen, um damit ihre Geschäfte (u.a. Kredite, Immobilien, Aktien) zu finanzieren. Das kann man ändern mit Annahme der Vollgeld Initiative. Wir alle haben Anspruch auf grösstmögliche Sicherheit. Das gilt auch für unser wohlverdientes Geld. Selbst in schweren Finanzkrisen darf es nicht verschwinden.

Maurizio Degiacomi vom Kampagnenteam

Ob im Radio, Fernsehen, Internet oder in den Zeitungen. Die Vollgeld-Initiative erhält immer mehr Aufmerksamkeit. Der Höhepunkt der letzten Woche war die Abstimmungsarena am Freitag 11. Mai 2018. Die Sendung zeigt, wie wenig die Gegner argumentativ zu bieten haben. Man will einfach alles so lassen wie es ist. Doch die plumpe Rhetorik verrät dem Zuschauer, dass dahinter nur der naive Irrglaube stehen kann, dass das Banken- und Geldsystem heute bestens funktioniert und keiner Änderung bedarf. Natürlich sind die Vollgeld-Befürworter ganz anderer Meinung. Und dies bringen sie auch klar zum Ausdruck. www.leonardwuest.ch www.vollgeld-initiative.ch www.vereinmomo.com/ www.zeitzeichen.chwww.innerschweizonline.ch www.bochumer-zeitung.com

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