Dienstag, 26.09.2017 09:22 Uhr

Bundestagswahl 2.0

Verantwortlicher Autor: Raimund Förg Graben - Neudorf, 02.09.2017, 13:28 Uhr
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Graben - Neudorf [ENA] Jetzt hängen sie schon seit Wochen an den Laternenmasten entlang der Hauptverkehrsstraßen. In jeder Großstadt, Kleinstadt und sogar auf den Dörfern. Die Damen und Herren Bundestag Politiker. Wahlwerbung ist der Auslöser, als habe man gerade erst den Wähler entdeckt. Ja, der war ja auch die letzten vier Jahre völlig uninteressant. Und jetzt? Plötzlich werden die Bürger wieder interessant.

Und was sollen uns die Bilder am Straßenrand sagen? Teilweise gequält lächelnde Gesichter, sonst jahrelang aus dem Blickfeld der Bürgerinnen und Bürger verschwunden. Jetzt kommen sie wieder aus der Lebensphase - lasst uns bloß alle in Ruhe - zurück. Aber eine konkrete Aussage hat dabei keiner auf seinem Wahlplakat. Nur das Lächeln und manchmal hat man den Eindruck, die auf den Plakaten lachen uns aus.

Auch die Großwahlplakate haben nichts Neues zu bieten. Schule, Kinder, Beruf, Wirtschaft - alles Phrasen, die wir schon bei der letzten Wahl, und alle die Jahre davor gelesen haben. Wenn es denn so Ernst mit den Schlagwörtern wäre, dann müssten diese nicht immer wieder hervorgeholt werden. Denn Themen die gelöst sind, müssen nicht jahrzehntelang wieder und wieder wiederholt werden.

Aktuell sind 45 % noch unentschlossen, wie deren Wahlentscheidung aussehen soll. Auf welcher Basis fußen diese 45 %? Wähler, die nicht wissen wen sie wählen sollen, Nichtwähler, die sich dann auch nie entscheiden werden. Und was sollte denn auch der Anreiz zu sein sich für die richtige Wahlentscheidung zu entscheiden? Die ewigen immer gleichen Themen, oder die stetigen Vorwürfe der verschiedenen Parteien, die "Anderen" haben in der Vergangenheit alles falsch gemacht?

Keiner kommt auf die Idee sich damit zu befassen, wie es seiner Meinung nach in der Zukunft aussehen soll. Wo sind denn die neuen Ideen, die auch Unentschlossene zur Entscheidung bringen sollen? Wer spricht die Jungwähler an, die sich ohnehin auf moderne zukunftsorientierte Medien austauschen? Wer erklärt unseren Großmüttern weshalb deren Rente, die auf Grund ihren Leistungen zum Aufbau eines Landes diente, geringer ist, als die Rente derer in unserem Land Willkommenen? Wer hilft denn tatsächlich den jungen Familien bei der Kinderbetreuung, ohne das Problem auf die Bundesländer zu verschieben?

Also es gibt genügend Themen aus der Vergangenheit, die nun einmal final gelöst werden sollten. Dann kann man auch wieder die Bürgerinnen und Bürger zu den Wahlurnen bringen. Erst wenn man sich während er Wahlperiode um das Verlangen seiner Wählerinnen und Wähler kümmert, kann man auf deren Rückhalt auch bauen. Ansonsten kann man in vier Jahren wieder die gleichen Wahlplakate hervorholen, eventuell muss die eine oder der andere gequält lächelnde Kandidat ausgetauscht werden, die Phrasen können aber bleiben.

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