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Fahrrad-Parkplätze an Bahnhöfen sind Mangelware

Verantwortlicher Autor: Horst-Peter Nauen Berlin, 27.09.2018, 14:06 Uhr
Presse-Ressort von: horse.en-a.de Bericht 5614x gelesen

Berlin [ENA] Wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bekannt gibt, fehlen an Deutschlands Bahnhöfe Millionen von Fahrradparkplätzen und fordert großzügige Fahrradparkhäuser sowie ausreichend Kurzzeit-Radparkplätze. Gleichzeitig appelliert der (ADFC) an die Kommunen, Verkehrsverbünde und Deutsche Bahn, das Thema Fahrradparken als Baustein der Verkehrswende endlich ernst zu nehmen.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: ,,Die DB hat bei der Planung des Berliner Hauptbahnhofs die Fahrradabstellanlagen komplett vergessen, Münster wartet seit Jahren auf das angekündigte zweite Fahrradparkhaus auf der Rückseite des Hauptbahnhofs. Die Geschichte des Fahrradparkens in Deutschland ist eine Horrorstory. Wer die Städte und Pendlerstrecken vom Dauerstau entlasten will, muss den Menschen attraktive Alternativen bieten. Und das bedeutet, dass ich an jedem Bahnhof mein Zubringer-Fahrrad schnell, komfortabel und sicher parken kann - dann in die Bahn steige - und danach für die letzte Meile noch zwischen Carsharing und öffentlichem Leihrad wählen kann. Das Ganze, natürlich komfortabel im ÖPNV-Abo und über eine App."

Während in den Niederlanden mindestens 40 Prozent der Pendler das Fahrrad als Zubringer zur Bahn nutzen, kombinieren in Deutschland nur rund fünf Prozent Fahrrad und Bahn. Die Gründe sind schlechte oder gar fehlende Radwege und eine Unterversorgung an sicheren Fahrrad-Parkplätzen. ,,Wenn ich mein Rad am Bahnhof nicht hell, sicher und möglichst trocken abstellen kann, nehme ich lieber das Auto. Und wenn ich eh schon im Auto sitze, kann ich auch schnell bis zum Arbeitsplatz weiterfahren", sagt Stork. ,,So denken die meisten Menschen und deshalb haben wir die Pendlerprobleme. Das Rad ist der natürliche Partner der Schiene. Nur zusammen wird eine echte Auto-Alternative daraus."

Was in den Niederlanden selbstverständlich ist, muss in Deutschland noch reifen. Die Weiterentwicklung von Bahnhöfen zu Mobilitäts-Hubs, in denen die Alternativen zum Privatauto - also Bahn, Carsharing und öffentliche Leihräder - eng und komfortabel miteinander verzahnt sind. Das neu errichtete Fahrradparkhaus in Utrecht beispielsweise wartet über 12.000 Stellplätze, einer großen Leihrad-Flotte und einem Komfort, auf den man in Deutschland vergeblich sucht. Deutschlands größtes Fahrradparkhaus steht in Münster, umfasst 3.000 Plätze - und platzt aus allen Nähten. Hamburg will bis 2025 über 28.000 Rad-Parkplätze an den Bahnstationen verfügen, aber nur die Hälfte davon soll überdacht und nur 5.600 besonders geschützt sein.

In Utrecht sind die Fahrradstellplätze wie in einem Auto-Parkhaus nummeriert und farblich markiert. An der Einfahrt zeigt ein Bildschirm an, wo Parkplätze frei sind. 24 Stunden lang kann man sein Fahrrad kostenlos parken. Nur wer sein Rad länger dort lässt, zahlt 1,25 Euro am Tag.

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